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10 Apr

Bewährtes Prinzip bei WTH:

Allein nach Asien

(mud) – Walter Thieme ist gewiss kein Unternehmer, der bei seinen Entscheidungen etwas dem Zufall überlässt. Ebenso scheut er keine geschäftliche Herausforderung. Am liebsten verlässt er sich bei Entscheidungen auf eigene Erfahrungen. Alles das und eine gehörige Portion Fachwissen war für ihn 1992 eine solide Basis für den Aufbruch in die Selbstständigkeit. Um seiner damals noch jungen Stader Firma zügig weltweit neue Märkte zu erschließen, packte er 2002 seinen Koffer und machte sich auf den Weg nach Indien und später nach China – aber stets mutterseelenallein.

Gruppenreisen kamen ihm prinzipiell nicht in den Sinn. Er reiste nie mit Wirtschaftsdelegationen von Ministerien, Abgeordneten oder Organisationen. Der Grund für seine entschiedenen „Alleingänge“ ist so einfach wie einleuchtend: „Reise ich in einer Gruppe an, trete ich nur als einer von vielen auf. Besuche ich die Partner allein, sehen die mich eher als Entscheider an“.

Durch dieses für ihn zum Prinzip gewordene Vorgehen hat Walter Thieme sich nicht nur rasch international als Gesprächspartner etabliert. Er hat so im Laufe der vergangenen 25 Jahre auch Geschäftsfreunde rund um den Globus gefunden, mit denen er teils immer noch gute Geschäfte macht. Von Anfang an hat er sämtliche Geschäftskontakte persönlich und direkt geknüpft. Anfangs telefonisch und per Fax, denn E-Mails gab es noch nicht. Thieme absolvierte nicht nur persönliche Besuche vor Ort, sondern hinterließ seine Visitenkarten dort auch auf Messen und Ausstellungen. 

In China war der Stader Unternehmer nie mit einem Dolmetscher unterwegs. Seine Englischkenntnisse reichten aus, um sich zu verständigen. Thieme erinnert sich schmunzelnd: „Wenn es mal klemmte, macht man sich eben mit Händen und Füßen verständlich.“ Das war übrigens vor allem in Indien sehr oft vonnöten: „Weil die meisten Inder kein ‚Queens-English‘ sprechen, wird der Gesprächsfluss dort gelegentlich ‚hakelig‘.“ Auf seinen Asienreisen wurde das „Nachfragen“ bald obligatorisch. - Es diene quasi als ‚Erfolgskontrolle‘, ob zum Gesprächspartner Erkenntnisgleichstand besteht.

WTH China


Walter Thieme war schon vor seiner Selbstständigkeit durchaus auslandserprobt.  Er erinnert sich: „Ich hatte auch als Angestellter schon mit Asiaten - Taiwan und Japan - zu tun. Aber ich wollte diese Kontakte nicht für meine  selbstständige Tätigkeit nutzen. Außerdem konzentrierte ich mich in den WTH-Anfangsjahren eher auf Hersteller aus Europa und Nordamerika. Denn meine Kunden hatten vor allem gegen chinesische Additivhersteller Vorbehalte“.

Viele Entscheider trauten den Produzenten im Land der Mitte zunächst nicht zu, dass sie dauerhaft wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Produkte fertigen können.  Auch trauten ihnen die wenigsten jene Innovationskraft zu, um angemessene Neu- und Weiterentwicklungen zu realisieren.

„Welch ein Irrtum!“ freut sich der Stader Unternehmer in der Rückschau: „Heute werden eine Reihe der benötigten Chemikalien gar nicht mehr in Europa hergestellt. Dazu zählen chemische Treibmittel, Stabilisatoren, optische Aufheller aber auch polymere Werkstoffe wie etwa chloriertes Polyethylen“.

Es sei zudem ein offenes Geheimnis in der Branche, dass nicht wenige bekannte europäische Chemikalienhersteller Produkte in China fertigen lassen, um sie hier als „Eigenherstellungen“ zu  vermarkten. Die Hoffnung: Das eigene, gute Image sollte den Fernostimport hierzulande im Markt etablieren.

(Lesen Sie zu diesem Beitrag auch das Interview „Europäische Kinderstube“ auf dieser Seite)