Telefon: +49-(0)4141-5292-0

25 Jun

Wirtschaften in Coronazeiten

„Nach Sommerflaute geht‘s weiter…“

 
Walter und Gero Thieme (mit Mund-Nasen-Schutzmaske) erwarten eine ausgeprägte Geschäftsflaute diesen Sommer hindurch. Im 4. Quartal 2020 hoffen sie dann wieder auf ein anlaufendes Geschäft. Foto Dreyling

(mud) –  Weniger tägliche Arbeit. Große Ruhe im Unternehmen. Erstmals Kurzarbeit angemeldet. Aber an Kündigungen denkt niemand. Ganz im Gegenteil. - WTH-Geschäftsführer Walter Thieme bleibt gelassen: „Zwar geht die Covid-19 Pandemie nicht spurlos an uns vorbei. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels.“

Nachdem das Geschäft im 1. Quartal  praktisch unbeeindruckt von den Ereignissen in China gelaufen sei, habe es im April 2020 erste Bremsspuren gegeben. Die Nachfrage habe sich zurückhaltender dargestellt. „Wir rechnen mit einer ausgeprägten Geschäftsflaute den Sommer hindurch“, fasst Thieme zusammen, bleibt jedoch zuversichtlich: „Wir hoffen zum 4. Quartal 2020 auf ein wieder anlaufendes Geschäft“.

Erwartet werde ein entsprechend der derzeit von offizieller Stelle publizierten Prognose reduziertes Ergebnis im laufenden Jahr. Das setze neben ausreichender Bonität der Wirtschaft auch voraus, dass es weder national, noch in der EU oder global eine zweite Infektionswelle im Herbst gibt.

Im Februar und März war noch alles dringend, so dass sogar noch Luftfrachtlieferungen ernsthaft diskutiert wurden. Dann ebbte der Lieferdruck mehr und mehr ab. Alternativ wurde aus China statt des 5-6 wöchigen Seetransports der Transport per Bahn auf 3-4 Wochen beschleunigt. So konnten die Lagerdispositionen trotz widriger Umstände einigermaßen günstig gehalten werden.

Walter Thieme: „Nach unserer Einschätzung war es zu erwarten, dass es aufgrund der Coronabeschränkungen bereits in China vermehrt zur Lieferengpässen kam. Ein Grund war auch, dass die Arbeiter anlässlich des chinesischen Neujahrsfests traditionell diese Zeit bei Ihren Familien fernab in den Provinzen feierten. Die konnten dann wegen der verhängten Beschränkungen nicht mehr an Ihre Arbeitsplätze zurückreisen. Zudem wurde auch die Urlaubszeit in China um zwei Wochen verlängert. Das alles verzögerte die geplanten Verschiffungen.

WTH hatte es trotzdem immer geschafft alle Kunden stets mit ausreichend Material zu belieferten, so dass es dort nicht zu Produktionsstopps oder anderen Unterbrechungen kam. Bis in den April hinein wurde im Rahmen der Vorjahresmengen produziert und auch die entsprechenden Rohstoffe von WTH geliefert. Dann begannen erste Kunden Liefertermine zu strecken. Dieses trat mit rückläufigen Geschäften (je nach Land/Branche 20 – 40% weniger Verkäufe) der Kunden vor allem in Ländern ‚rund ums Mittelmeer‘ und der Türkei ein. Thieme: „Effekt bei uns war, dass unsere Lager aktuell gut gefüllt sind und wir unsere Kunden sicher und schnell aus unseren Lagervorräten beliefern können.

Für WTH sei es fast typisch, dass man wirtschaftliche Auf- und Abschwünge des Marktes stets zeitversetzt zu spüren bekommt. Anfangs produzierten viele Kunden noch ‚auf Lager‘ oder holten Produktionsrückstände aus früheren Zeiten auf. Wenn dann die Lager gefüllt seien, werde die Produktion gedrosselt und der Rohstoffbedarf sinke. Das wirke sich dann folgerichtig bei Thieme in reduziertem Auftragseingang aus. Ebenso laufe es bei wirtschaftlichen Aufschwungphasen – nur eben andersherum

Mit der Coronazeit habe sich das Arbeitsvolumen bei WTH spürbar reduziert. Praktisch können die anfallenden Arbeiten mit der Hälfte des Personals bewältigt werden. Weil die Firmenleitung Entlassungen vermeiden will, wurde erstmals Kurzarbeit eingeführt. So konnte das geringere Arbeitsvolumen mit vorhandenem Personal geleistet werden, ohne dass Mitarbeitenden gekündigt werden musste.

Bereits vor Beginn der Covid-19 Pandemie wurde bei WTH zusätzliches Personal eingestellt. Entsprechend der langfristigen Planung traten Frau Natalie Thunig im Mai und Herr Dr. Heiko Viebrock im Juni ihren Dienst an. Wenn man der Coronakrise etwas Positives abgewinnen will, dann den Umstand, dass die beiden neuen Mitarbeiter von der relativen Ruhe im Geschäft profitieren und sich intensiv in ihre neuen Aufgabengebiete einarbeiten können.

Walter Thieme: „Wir betrachten das nicht Luxus, sondern als eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Mitarbeit und Zukunftssicherung unseres Unternehmens. Letztlich fördert neben Verlässlichkeit im Tun auch die überzeugende Kompetenz bei der Begleitung unserer Produkte die Geschäftsbeziehungen mit unseren Partnern auf allen Ebenen“.