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04 Sep

WTH kann sich im Coronajahr weniger präsentieren

Quo vadis Messegeschehen?

 
Fällt in diesem Jahr aus: die Fakuma. Dafür gibt es aber eine virtuelle Messevariante des Veranstalters. Foto WTH

(mud) –  Findet sie statt? Oder findet sie nicht statt? – Jeden Morgen checkt Walter Thieme seine E-Mails. Kommt heute wieder eine Absage? Niemand weiß Genaues nicht. Bei seinen geplanten Messeauftritten fühlt sich der WTH-Chef ein bisschen wie im Lotteriespiel: Immer öfter werden in Coronazeiten große und kleine, nationale und internationale Ausstellungen ins nächste Jahr verschoben. Oder gleich ganz abgesagt. Quo vadis Messegeschehen – mehr ins Virtuelle?

Messen sind für teilnehmende Unternehmen soetwas wie der Nerv, an dem die eigene wirtschaftliche Entwicklung hängt. „Wir besuchen seit Anbeginn unserer Firmengeschichte Ausstellungen im In- und Ausland. Das ist für uns fast unverzichtbar“, sagt Thieme. Jetzt hat Corona alles auf den Kopf gestellt. Wird es die Messen, für die Thieme seit Jahren stets viel investiert, bald nicht mehr geben? Ziehen sich die Messegesellschaften in Zukunft zunehmend ins virtuelle Geschehen zurück?

Jüngst erreichte WTH in Stade eine Nachricht von den Veranstaltern der „Fakuma“ in Friedrichshafen: Die aus Thiemes Sicht wichtige Messe findet 2020 nicht statt. „Wir haben uns dazu entschlossen“, teilen die Absender mit, „die diesjährige 27. Fakuma auf das Jahr 2021 zu verschieben“. – Abschließend bieten sie an: Damit Sie „trotzdem ein wenig von der geplanten Fakuma 2020 profitieren“,  könne Thieme mit seiner Präsenz bei der „Fakuma Virtuell“ mitmachen. Damit könne er 365 Tage Neuheiten, Produkt- oder Messehighlights all den Besuchern auf der Homepage des Veranstalters präsentieren. Virtuelle Messe lässt grüßen?

Für Walter Thieme steht fest, dass WTH wie ursprünglich geplant, an den hoffentlich stattfindenden Fachmessen

+ Europe Compsites in Stuttgart, und
+ Plastpol in Kielce (Polen)

teilnehmen wird. Thieme: „Offen bleibt, ob dieses ‚analoge‘ Messegeschehen sich mittelfristig verändern wird. Also: regional versus international, virtuell oder real, interkontinental gegen Kontinental oder ändern sich künftig die Intervalle - von jährlich auf zwei- oder mehrjährig?“

Räumlicher Wettbewerb unter den Messeveranstaltern könne nach Thiemes Einschätzung schlimmstenfalls zu einem gewissen Standortkanibalismus führen: „Ein Beispiel für mich wäre die Plastpol in Polen. Angesichts coronabedingter Turbulenzen könnten sich neue Anbieter engagieren und bestimmte Veranstaltungen an andere entsprechend erprobten Messestandorten anbieten oder zu verlagern. Das brächte möglicherweise sowohl Ausstellern als auch Besuchern Vorteile bei Anreisen und Durchführung.