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10 Apr

Editorial von Walter Thieme: Digitalisierung ein Segen?

In der Politik wird ungeliebtes Handeln gern mit „Sachzwängen“ begründet. Das gilt auch für die Digitalisierung mit Blick auf die sich dynamisch wandelnde Welt. Trotz dieser Erkenntnis verläuft die Umsetzung häufig schleppend. Vielerorts treffen diesbezügliche Bemühungen gelegentlich auf taube Ohren. Oder sie wurden nur unzureichend betrieben. Manchmal verliert sich in der akribischen Regelung von Einzelaspekten auch das große Ganze aus dem Blickfeld.

In der Politik wird ungeliebtes Handeln gern mit „Sachzwängen“ begründet. Das gilt auch für die Digitalisierung mit Blick auf die sich dynamisch wandelnde Welt. Trotz dieser Erkenntnis verläuft die Umsetzung häufig schleppend. Vielerorts treffen diesbezügliche Bemühungen gelegentlich auf taube Ohren. Oder sie wurden nur unzureichend betrieben. Manchmal verliert sich in der akribischen Regelung von Einzelaspekten auch das große Ganze aus dem Blickfeld.

Einzig die Finanzverwaltung entwickelte hierzulande erfolgreich ein nahezu lückenloses digitales Netz um seine ‚Steuerzahler‘, soweit die hierzulande ansässig sind: Ohne die persönliche Identifikationsnummer sind Geldgeschäfte kaum noch möglich. In der gewerblichen Wirtschaft wird die Digitalisierung von Prozessen schon jetzt als alternativlos wahrgenommen. Viele Unternehmen sind bereits soweit bei ihrer internen Digitalisierung vorangeschritten, so dass ein Ausfall der IT-Architektur sie komplett handlungsunfähig machen würde.

Tatsächlich steigern durchdachte digitalisierte Strukturen die Produktivität. Zugleich reduzieren sie Fehlerquoten und Stückkosten. Beispielsweise die Berufsschifffahrt fährt mittlerweile digital gesteuert über die Weltmeere. Natürlich haben die nautischen Offiziere das entsprechende seemännische Wissen. Aber sie nutzen heute keine Sextanten mehr und stecken den Kurs auch auf keiner Seekarte mehr ab. Ich denke, dass auch beim „autonomen Fahren“ auf den Straßen und Autobahnen der Führerschein nicht überflüssig wird. Es handelt sich letztlich um Weiterentwicklungen der heute in modernen Fahrzeugen bereits vorhandenen Assistenz-Systeme, die die Verkehrssicherheit erhöhen.

Dass der Digitalisierungsgrad unmittelbar Einfluss auf Arbeitsplätze hat, lässt sich bei den Banken beobachten. Der Siegeszug des „Onlinebanking“ und die staatliche Reglementierung sowohl im Privat- wie im Geschäftskundenbereich erfordern Anpassungen der Geschäftsabläufe in den Kreditinstituten. Ich bin überzeugt, dass die Digitalisierung auch den Arbeitsmarkt verändern wird. Etablierte Berufe wie auch IT-Professionen werden neue Ausprägungen erfahren.

Im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern werden Serviceaspekte stark an Bedeutung gewinnen. Dazu werden unterschiedliche Anforderungen digital, persönlich wie beruflich vielleicht ganz anders bedient werden müssen. Erfolgreich werden kann die Digitalisierung nur, wenn sie akzeptiert wird und ihre Vorteile für und von allen Beteiligten gesehen werden.

Auch bei der WTH haben wir mit Hilfe der Digitalisierung viele Abläufe beschleunigt und so den Beschäftigten Freiräume zur Erledigung anderer Arbeiten verschafft, die bislang aus Zeitmangel zu kurz kamen oder bisher gar nicht erledigt wurden. – Unsere digitale Zukunft haben wir rechtzeitig eingeläutet und vertrauen darauf, dass wir ihren Anforderungen stets gewachsen bleiben werden.

Mit besten Grüßen

Walter Thieme
WTH-Geschäftsführer