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Die WTH GmbH in Stade ist 25 Jahre alt (09)

„Danke Mister McLean“

 

(mud) –  Wenn Walter Thieme gelegentlich seinen Hund bei Grünendeich auf dem Deich ausführt, muss er mit Blick auf die Elbe bisweilen an Malcolm McLean denken. Die Herren sind sich nie begegnet. Aber von McLeans Idee profitieren Unternehmen rund um den Globus. Auch die in Stade beheimatete WTH GmbH. Denn ohne die Container, die der US-Unternehmer erfunden hat, könnte WTH-Geschäftsführer Thieme seine Kunden längst nicht so zeitnah und vor allem nicht so umfassend beliefern, wie das heute zu seinem Geschäftsprinzip gehört.

„Ohne Container wäre unser Geschäft heute so kaum möglich“, resümiert Walter Thieme. Die ganze Globalisierung könne sich wohl kaum so rasant entwickeln: „Die Ware wird irgendwo in China in einen Container gestaut, verladen – und trifft im WTH-Lager ein. Erst hier wird der Containerinhalt ein zweites Mal angefasst.“ Heute gehören Container weltweit überall auf Schiffen, Bahnen und LKW zum Normalbild des Transportwesens.

Doch alles das wurde erst möglich weil sich ein US-Unternehmer vor mehr als achtzig Jahren geärgert hat: Malcolm McLean (1913 - 2001) arbeitete nach der High School zunächst als Tankwart. Dann erwarb er 1935 einen gebrauchten Laster und gründete  mit seinen beiden Geschwistern eine Spedition. McLean war sich nicht zu fein, sich selbst hinter den Lenker seines Trucks zu setzen. Aber die langen Wartezeiten, die beim Entladen seines Fahrzeuges entstanden, ärgerten ihn so sehr, dass er 1937 auf Abhilfe sann – und später eine Revolution im Transportwesen auslöste.

Während er an der Container-Idee tüftelte war McLean als Unternehmer erfolgreich, hatte eine Flotte von 1800 Fahrzeugen, die er aber wieder verkaufte, um eine Reederei zu erwerben. Die Idee mit den Wunderkisten ging ihm nicht aus dem Kopf. Aber niemand war bereit, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Trotzdem gab McLean nicht auf.

Zwanzig Jahre nach seiner ersten Idee, den Transport in standardisierten Kisten vorzunehmen, schickte er 1956 die ersten genormten, stapelbaren Boxen auf die Reise. – In Deutschland wurden die ersten Container 1966 in Bremen entladen. Der Welterfolg dieser Wunderkisten, die heute auch zum WTH-Geschäftserfolg der vergangenen 25 Jahre beitragen, war nicht mehr zu stoppen.

Über die „Experten“ des Transportwesens die die Containerschiffe als „Schachtelschiffchen“ verspotteten oder die Oberschlauen, die die Boxen nur für „Nischenmärkte“ akzeptieren wollten, wird McLean, der „Vater des Containers“ wohl milde geschmunzelt haben. Er bewies im Laufe der Jahre die Größe seiner Erfindung. Heute zweifelt niemand mehr.

Wenn Walter Thieme auf dem Deich bei Grünendeich den Blick auf die riesigen Containerschiffe richtet, dann fragt er sich manchmal, ob die Erfindung von Malcolm McLean nicht in eine Reihe mit der Erfindung des Rades gestellt werden müsste. Aber sicher ist er: „Auf jeden Fall trägt sie seit 25 Jahren wesentlich zum Erfolg der WTH GmbH bei. Danke Mister McLean“