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Die WTH GmbH in Stade ist 25 Jahre alt (M02)

„Polen - unser Zukunftsmarkt“

 

(mud) -  In der nunmehr 25 Jahre währenden Firmengeschichte musste Walter Thieme als Geschäftsführer der WTH GmbH in Stade viele Entscheidungen treffen. Eine der wichtigen davon war 2009 der Sprung auf den polnischen Kunststoffmarkt. Dort erkannte er starke Abnehmermärkte bei zugleich unzureichender, heimischer Rohstoffversorgung.

 „Geringer werdendes Wachstum, Überkapazitäten und ein teils ruinöser Wettbewerb in unserem traditionellen Verkaufsgebiet Deutschland und Österreich zwang uns, zu wachsen“, stellt Walter Thieme in der Rückschau fest. Ein Sprung über die Grenzen wurde unvermeidbar. In dieser Zeit entstanden in Ost- und Südosteuropa dynamisch wachsende Volkswirtschaften mit entsprechender Inlandsnachfrage.

„Ich hatte damals Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn im Blick“, erinnert sich Thieme.  Um eine realistisch Chance zu haben, entschied er sich für Polen, der größten Volkswirtschaft dieser Länder mit entsprechendem dynamischem Wachstum und großer Inlandsnachfrage. Thieme: „Alle auf einmal hätten wir ohnehin nicht geschafft.“

Wer neue Märkte erobern will, braucht nicht nur profundes Marktwissen, Investitionsmittel und vor allem Mut. Er braucht auch richtige Partner, die vor allem die Landessprache beherrschen. Nachdem sich die Dienste einer polnischen Beratungsfirma als wenig hilfreich erwiesen hatten, machte sich der Stader Unternehmer auf die Suche nach eigenem Personal in Polen.

Zunächst fand sich ein deutscher Mitarbeiter, der im deutsch-polnischen Grenzgebiet lebte, in Kattowitz Physik studierte, mit einer Polin verheiratet war und über sehr gute polnische Sprachkenntnisse verfügte. „Doch damit allein“, weiß Thieme heute, „ist es nicht getan. Ihm fehlte es an polnischer Sprachkompetenz im verkäuferischen Bereich“.

„Dann stieß ein Mitarbeiter polnischer Herkunft zu uns, der auch fließend deutsch sprach“, sagte Thieme. Es habe sich um einen ehrgeizigen Verkäufer gehandelt, der seine Kunden ‚beim Wort‘ nahm und niemals locker ließ. Thieme: „Sehr engagiert und mit Gefühl für das Machbare bei seinen polnischen Landsleuten.“  Er sei ein Verkäufer gewesen, der sich das notwendige technische Wissen rasch aneignete.  Der Mann arbeitete vom Homeoffice aus zunächst in Krakau, später Tarnow. Vor drei Jahren verließ er das Unternehmen.

„Seitdem ist Witold Giernas unser Mann in Polen“, fasst Walter Thieme die Personallage zusammen. Der Chemiker ist ebenfalls gebürtiger Pole, kenne Land wie Leute und zeichne sich durch die Fähigkeit aus, die Gesprächseröffnung eher über technische Fragen oder Probleme zu suchen. Giernas Basis ist sein Homeoffice in Posen in Westpolen. Von dort aus hält er das WTH-Schiff auf Kurs.

Für das Unternehmen aus Stade ist der polnische Markt derzeit noch nicht der Schubbringer beim Umsatzwachstum. Jedoch ist Walter Thieme überzeugt, „dass wir demnächst in Polen das erforderliche Wachstum generieren werden und unser Polengeschäft spürbar Firmenergebnis beitragen wird.“ Die Umsätze und Erlöse in Polen wachsen kontinuierlich überproportional zu den ‚deutschen‘ Umsatzergebnissen. „Was aber auch in unserem Sinne trägt, ist der allgemein gute Ruf deutscher Unternehmen, die deutsche Kompetenz und eine hohes Image aller Produkte aus Deutschland.“

Dass Polen für die WTH in Stade tatsächlich der Zukunftsmarkt ist, liest Walter Thieme eindeutig aus den Marktzahlen ab. Die Kunststoffindustrie ist auf Wachstumskurs. Der Branche gehören 7000 Unternehmen mit 140 000 Mitarbeitern an. Thieme: „Der Gesamtumsatz lag 2015 laut Plastic Europe Polska bei 17,2 Milliarden Euro.“  Polen macht 6,5 Prozent des europäischen Kunststoffverbrauchs aus und liegt damit auf Platz sechs.

„Der Baubereich ist für Kunststoffanwendungen dort ähnlich groß wie der Verpackungssektor“, weiß Thieme und: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kunststoffen liegt in Polen mit 80 kg pro Jahr deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 94 kg. – Also gute Aussichten für den Rohstofflieferanten aus Stade.